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Klinik für Urologie und urologische Onkologie

PD Dr. Stefan Tritschler
Chefarzt
"Wir bieten höchste medizinische Kompetenz und persönliche Fürsorge"

Kontakt

Klinik für Urologie und urologische Onkologie
RKK Klinikum -
Loretto-Krankenhaus
Mercystraße 6
79100 Freiburg im Breisgau
Tel: +49(0)761 7084-123
Fax: +49(0)761 7084-124
Urologie@rkk-klinikum.de
Kurzvita
Vor der Aufnahme seiner Tätigkeit als Chefarzt der Klinik für Urologie und urologische Onkologie am Loretto-Krankenhaus war Herr PD Dr. Stefan Tritschler geschäftsführender Oberarzt an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München-Großhadern, einer der größten urologischen Kliniken Europas. An dieser Klinik absolvierte er seit 2002 seine gesamte Facharztausbildung und war zwischenzeitlich an der Klinik für Transplantations-Chirurgie der Universität München beschäftigt. An der Ludwig-Maximilians-Universität ist er seit 2012 habilitiert. Herr PD Dr. Tritschler ist Facharzt für Urologie, spezielle urologische Chirurgie, fachgebundene Röntgendiagnostik, medikamentöse Tumortherapie und FEBU (Fellow of the European Board of Urology). Seine klinischen Schwerpunkte sind das Prostata- und das Harnblasenkarzinom. Ferner ist er ein ausgewiesener Experte für rekonstruktive Eingriffe an der Harnröhre und am Harnleiter.

Herzlich Willkommen auf den Seiten der Klinik für Urologie und urologische Onkologie am Loretto-Krankenhaus Freiburg!
An unserer traditionsreichen Klinik können wir Ihnen das gesamte Spektrum der modernen Urologie auf höchstem Niveau anbieten – dabei ist die Verbindung aus Spitzenmedizin und persönlicher Fürsorge von jeher das Merkmal der medizinischen Versorgung am Loretto-Krankenhaus.
Unser Schwerpunkt liegt auf der operativen Versorgung von urologischen Tumorerkrankungen und auf rekonstruktiven Eingriffen am gesamten Harntrakt, weiterhin auf der Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung und von Harnsteinen. Dabei garantiert Ihnen ein erfahrenes Team auch bei komplexen Eingriffen höchste ärztliche und pflegerische Expertise und persönliche Fürsorge. Denn neben höchster medizinischer Qualität ist unser Anspruch, Ihnen eine patientenorientierte Versorgung im besten Sinne anzubieten. Dafür sind wir auch hervorragend vernetzt mit allen Fachdisziplinen, die für eine urologische Versorgung notwendig sind.
Wir wollen Ihr Partner bei allen urologischen Fragestellungen sein und unkomplizierte Lösungen für Sie bereithalten, um einen notwendigen stationären Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und nach einer stationären Therapie einen reibungslosen Übergang in die ambulante Versorgung zu gewährleisten. Denn unser Maßstab ist Ihre Zufriedenheit!

Leistungsspektrum

Prostatakarzinom (Allgemein)
Das Prostatakarzinom ist eine häufige Erkrankung

Das Prostatakarzinom ist in der westlichen Welt die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann. Jedes Jahr wird bei über 60.000 Männern in Deutschland diese Diagnose gestellt, davon bei mehr 6.000 in Baden-Württemberg. Obwohl die Erkrankung in besonderer Häufigkeit im höheren Lebensalter auftritt, kann sie auch jüngere Männer betreffen, weshalb allgemein ab dem 45. Lebensjahr eine Früherkennungsuntersuchung empfohlen wird. Zuletzt sind in Deutschland jedes Jahr 13.000 Männer an dieser Erkrankung verstorben, auch deshalb stellt die Früherkennung und Behandlung eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund ihrer Häufigkeit hat diese Erkrankung einen besonderen Stellenwert für jeden onkologisch tätigen Urologen.

Das Prostatakarzinom hat viele Gesichter

Das Prostatakarzinom ist eine enorm vielfältige Erkrankung, die einerseits in manchen Situationen überhaupt nicht behandelt werden muss, und andererseits manchmal größte Entschlossenheit zu intensiven Therapien erfordert um die Lebensqualität betroffener Patienten zu erhalten. Es müssen dabei in unterschiedlichen Situationen viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigt werden um eine passende Diagnostik und Therapie anbieten zu können. Daher ist es nicht möglich, pauschale und allgemeingültige Therapieempfehlungen abzugeben. Es kann bei dieser Erkrankung nur unter Berücksichtigung der individuellen Lebensumstände, der Aggressivität und der Ausbreitung der Erkrankung und unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche betroffener Patienten eine maßgeschneiderte Therapie geben!

Unser Ziel

Die Klinik für Urologie und urologische Onkologie am Loretto-Krankenhaus hat den Anspruch, betroffenen Patienten unter Berücksichtigung der aktuellen Situation und der persönlichen Wünsche alle wissenschaftlich untersuchten Methoden zur Diagnose und Therapie dieser heimtückischen Erkrankungen ermöglichen zu können.
Prostatakarzinom (Diagnostik)
PSA

Die Bestimmung des PSA-Wertes aus dem Blut ermöglicht bei korrekter Interpretation sehr zuverlässig die Diagnose eines Prostatakarzinoms. Auch wenn in manchen Situationen bereits ein einzelner – stark erhöhter – Wert das Vorliegen eines Prostatakrebses nahelegt, ist in vielen Situationen eine mehrfache Bestimmung über einen längeren Zeitraum sinnvoll. Da unterschiedliche Veränderungen der Prostata eine Erhöhung des PSA-Wertes verursachen können, sollte in der Regel erst bei wiederholt kontrollierten erhöhten Werten eine Probenentnahme aus der Prostata (Biopsie) erfolgen.

mpMRT der Prostata

die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem Veränderungen des Prostatagewebes, wie sie beim Prostatakarzinom vorkommen, mit hoher Zuverlässigkeit entdeckt werden können. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn der Verdacht auf ein Prostatakarzinom vorliegt (vor wiederholter Prostatabiopsie), oder wenn ein Prostatakarzinom bereits bekannt ist, aber keine definitive Therapie, sondern eine Aktive Überwachung durchgeführt werden soll. Wir bieten die mpMRT in der Radiologie im St. Josephskrankenhaus an.

Prostatabiopsie – Fusionsbiopsie

Bei dem Verdacht auf ein Prostatakarzinom sollte eine Probenentnahme aus dem Organ erfolgen. Das geschieht meistens an einem ambulanten Termin in Lokalbetäubung über den After. Hierbei werden nach der Betäubung mindestens 12 Proben entnommen, um eine „Landkarte“ der Prostata zu erstellen. Es wird anschließend in der Untersuchung durch den Pathologen festgestellt, ob ein bösartiger Tumor vorliegt, wie aggressiv er ist, und welche Anteile der Prostata davon betroffen sind. In seltenen Fällen erfolgt die Probenentnahme über den Damm. Hierzu ist eine kurze Vollnarkose notwendig, die ebenfalls im Rahmen eines ambulanten Aufenthaltes durchgeführt werden kann.

Sollte vor der Biopsie bereits eine Kernspinuntersuchung der Prostata erfolgt sein (mpMRT), so kann die Information dieser Untersuchung zusätzlich bei der Probenentnahme berücksichtigt werden. Es werden dann zusätzlich gezielt die Areale der Prostata untersucht, die in der MRT auffällig sind. Dadurch kann gewährleistet werden, dass ein vorliegender Krebs mit größtmöglicher Sicherheit entdeckt wird - auch wenn er an ungewöhnlichen Stellen der Prostata wächst.

CT mit Kontrastmittel

Eine CT-Untersuchung des Bauch- und Brustraumes kann nach der Diagnose eines Prostatakarzinoms sinnvoll sein, um festzustellen, ob bereits Metastasen des Tumors vorliegen. Oder die Untersuchung wird bei bereits bekannten Metastasen in regelmäßigen Abständen wiederholt, um den Erfolg einer Therapie beurteilen zu können. Andererseits kann man in vielen Situationen bei der Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms auf diese Untersuchung verzichten: Bei niedrigen PSA-Werten und geringer Aggressivität des Tumors. Denn hier ist das Vorliegen von Metastasen sehr unwahrscheinlich. Wir bieten diese Untersuchung in Kooperation mit der Radiologie am St. Josephskrankenhaus an.

PSMA-PET-CT

Diese spezielle Untersuchung stellt eine Kombination dar aus einer konventionellen CT-Untersuchung und einer Darstellung von Stoffwechselaktivität eines Prostatakarzinoms. Sie kann sinnvoll sein, wenn nach einer Therapie eines Prostatakarzinoms ein Wiederauftreten des Tumors vermutet wird. Dabei kann sehr zuverlässig dargestellt werden, in welchem Teil des Körpers der Tumor wächst. Damit kann die Therapie des Tumors sehr gezielt geplant werden. Wir besprechen gerne mit Ihnen, ob bei Ihnen so eine Untersuchung sinnvoll ist, und können einen Entsprechenden Termin in einer qualifizierten Nuklearmedizin organisieren.
Prostatakarzinom (Therapie)
Radikale Prostatektomie

Die Radikale Prostatektomie ist die operative Entfernung der kompletten Prostata mit den daran anhängenden Samenblasen und meistens auch der zugehörigen Lymphknoten. Das Ziel dieses Eingriffes ist es, ein Prostatakarzinom, das auf die Prostata begrenzt ist oder beginnt, in die Umgebung zu wachsen, komplett zu entfernen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase wie ein Ring um die Harnröhre. Sie sitzt unmittelbar dem Beckenboden auf, in dem sich auch der Blasenschließmuskel befindet. Bei der Operation wird über einen kleinen Unterbauchschnitt die Prostata mit den Samenblasen von der Harnröhre und der Harnblase getrennt und entfernt. Nach der Prostataentfernung wird die Verbindung zwischen Harnblase und Harnröhre mit einer Naht wiederhergestellt.

Nach der Operation

Nach dem Eingriff ist eine Ableitung des Urins über einen Blasenkatheter für ca. eine Woche notwendig. Dieser Katheter wird wieder entfernt, wenn die Naht zwischen Harnblase und Harnröhre wasserdicht abgeheilt ist – das wird mit einem Röntgenbild überprüft. Ein stationärer Aufenthalt von ca. 8 Tagen ist daher für diesen Eingriff die Regel. Bereits am Tag nach der Operation werden aber unsere Patienten wieder mobilisiert. Viele Patienten haben nach der Entfernung des Katheters zunächst Schwierigkeiten mit dem Wasserhalten – nicht, weil der Schliessmuskel geschädigt ist, sondern weil er nach der Operation zunächst überfordert ist. Daher empfehlen wir allen Patienten, nach der Operation eine Anschlussheilbehandlung – ambulant oder stationär – um die Schließmuskelfunktion zu trainieren und möglichst schnell wieder zu normalisieren. Nur sehr selten wird zur Verbesserung der Kontinenz ein zusätzlicher Eingriff nach einigen Monaten notwendig.

In Abhängigkeit davon, wie weit der Tumor sich in der Prostata ausgedehnt hat, kann eine zusätzliche Strahlentherapie der operierten Region sinnvoll sein. In diesem Falle findet die Strahlentherapie als ambulante Behandlung frühestens drei Monate nach der Operation statt.

Active surveillance

Oftmals wird aufgrund einer PSA-Wert-Erhöhung ein kleines Prostatakarzinom festgestellt, das nur eine geringe Aggressivität aufweist. Bei diesen Tumoren ist bekannt, dass sie nur sehr selten Metastasen verursachen oder den betroffenen Patienten gar bedrohen. Bei diesen Tumoren kann eine abwartende Strategie, die „Active Surveillance“ („Aktive Überwachung)“ durchgeführt werden, wenn Patienten dies wünschen. Dabei erfolgt keine aktive Therapie (Prostataentfernung oder Strahlentherapie), sondern es werden regelmäßig Kontrolluntersuchungen (PSA-Wert, Tastuntersuchung und Kontrollbiopsien) durchgeführt. Eine Therapie findet nur dann statt, wenn durch diese Untersuchungen ein Fortschreiten des Tumors festgestellt wird. Hierbei muss der Vorteil durch die Vermeidung von Nebenwirkungen einer aktiven Therapie abgewogen werden gegen das Risiko, dass der Tumor unerkannt fortschreitet und dadurch langfristig Schwierigkeiten bereitet.

Für wen ist die Active Surveillance geeignet?

Eine aktive Überwachung ist möglich, wenn das PSA unter 10 ng/ml liegt, die Tastuntersuchung unauffällig ist, in der Biopsie der Prostata ein Gleason-Score von 6 in maximal zwei der entnommenen Proben festgestellt wurde, und nur max. 50% jeder einzelnen Probe tumorinfiltriert sind. Zusätzlich müssen geeignete Patienten sicher sein, dass es ihnen nichts ausmacht, dass sie einen Tumor in sich tragen, aber nichts dagegen unternehmen - für viele Patienten ist dieser Punkt ein entscheidender!

Erfolgsaussichten

Wenn die Kontrolluntersuchungen regelmäßig und komplett durchgeführt werden, und wenn bei einem Fortschreiten des Tumors sofort reagiert wird, ist bei geeigneten Patienten die langfristige Prognose ebenso gut wie bei sofortiger aktiver Therapie.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann in verschiedenen Situationen beim Prostatakarzinom eine wichtige Rolle spielen: Als definitive Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms (wenn eine Operation nicht gewünscht wird oder nicht in Frage kommt), als zusätzliche Therapie nach einer Prostataentfernung, oder als gezielte Therapie einzelner Metastasen.

Externe Strahlentherapie als definitive Therapie

Die Externe Strahlentherapie ist eine ambulante Therapie des Prostatakarzinoms, die für Tumoren geeignet ist, die auf die Prostata begrenzt sind und wenn eine Operation nicht gewünscht wird. Sie verläuft über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen, während dieser Zeit wird jeden Tag unter der Woche ein Teil der gesamten Strahlendosis verabreicht. Nebenwirkungen können langfristig ein gehäufter Harndrang oder auch Stuhldrang sein. Die Therapie wird häufig mit einer begleitenden Hormontherapie kombiniert.

Externe Strahlentherapie als zusätzliche Therapie nach einer Prostataentfernung

Nach einer Prostataentfernung kann bei hoch-Risiko-Tumoren eine zusätzliche Strahlentherapie sinnvoll sein, um ein Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Oder wenn bereits ein Tumor wieder aufgetreten ist, kann ein solches „Rezidiv“ durch eine Strahlentherapie dauerhaft beseitigt werden. Auch in dieser Situation ist die Bestrahlung eine ambulante Therapie.

Strahlentherapie als gezielte Therapie einzelner Metastasen

Wenn einzelne Knochenmetastasen Beschwerden bereiten, können diese gezielt bestrahlt werden um Beschwerdefreiheit zu erreichen. In letzter Zeit gibt es auch zusätzlich Hinweise, dass eine bei einer geringen Metastasenlast die Kombination aus Operation der Prostata und gezielter Bestrahlung von einzelnen Metastasen zu einer langanhaltenden Kontrolle des Tumors und der Metastasen führen kann. Das entspricht aber keiner Standardtherapie und es muss individuell entschieden werden, ob dieses Vorgehen sinnvoll ist.

Brachytherapie

LDR-Brachytherapie ist eine Form der Strahlentherapie, bei der in einer kurzen Narkose mehrere Strahlenquellen direkt in die Prostata appliziert werden. Zuvor wird exakt berechnet, an welche Stellen der Prostata diese Strahlenquellen („Seeds“, kleine strahlende Stifte) platziert werden müssen. Auf diese Weise wird die gesamte Prostata von innen bestrahlt, die Umgebung wird bestmöglich geschont. die Aktivität der Seeds ist nach etwa einem Jahr abgeklungen.

Für welche Patienten ist die Brachytherapie geeignet?

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt diese Therapie beim Vorliegen eines lokal begrenzten, wenig aggressiven Prostatakarzinoms. Für aggressivere Tumoren gibt es bisher keine zuverlässigen Daten über die Sicherheit der Behandlung. Zusätzlich muss gewährleistet sein, dass die Prostata nicht zu groß ist, da ansonsten durch eine Schwellung Schwierigkeiten beim Wasserlassen die Folge sein können. In diesem Falle kann ein operativer Eingriff durch die Harnröhre notwendig werden, um ein Teil des Prostatagewebes zu entfernen.

Fokale Therapie der Prostata

Bei kleinen und wenig aggressiven Prostatakarzinomen besteht die Möglichkeit unter Erhalt der Prostata nur den Teil des Organs zu behandeln, der tatsächlich vom Tumor betroffen ist. Das ist mit verschiedenen Techniken durchführbar, dabei hat die „Photodynamische Therapie (TOOKAD)“ ihre Sicherheit in einer großen Studie bewiesen. In einem kurzen stationären Aufenthalt werden dabei in Narkose nach Gabe eines Medikamentes über den Damm Lichtleiter in das betroffene Gebiet der Prostata eingeführt. Durch das Medikament wird das Prostatakarzinomgewebe gegenüber Licht „sensibilisiert“, und die Karzinomzellen werden bei Anwendung des Lichtes über die eingeführten Fasern zerstört. Durch diese Therapie können Nebenwirkungen am Schließmuskel und an den Nerven, wie sie bei anderen Therapien auftreten können, auf ein Minimum reduziert werden.

Wer ist für die fokale Therapie geeignet?

Ein Tumor mit einem Gleason Score von maximal 3+4=7, der in der Stanzbiopsie und im MRT nur eine Seite der Prostata betrifft, ein PSA von <15 und nicht mehr als ein Drittel tumorbefallener Stanzen sind die wesentlichen Voraussetzungen für eine solche Therapie.

Was ist nach der fokalen Therapie wichtig?

Da bei der fokalen Therapie ein großer Teil der Prostata erhalten bleibt, ist nach der Therapie eine intensive Nachsorge unbedingt notwendig! Tastuntersuchungen, PSA-Bestimmungen, MRT-Untersuchungen und wiederholte Stanzbiopsien sind sehr wichtig, um den Erfolg einer solchen Therapie zu überprüfen und im Falle eines Wiederauftretens des Tumors weitere Therapieschritte rechtzeitig unternehmen zu können. Keinesfalls reichen alleinige PSA-Bestimmungen als Nachsorge aus!

Sekundäre Lymphadnenektomie

In einigen Fällen kommt es nach der Therapie eines Prostatakarzinoms zu einem Wiederauftreten des Tumors in Beckenlymphknoten. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, diese Lymphknoten durch einen chirurgischen Eingriff zu entfernen. Damit lässt sich in einigen Situationen das Fortschreiten des Tumors aufhalten.
Für diesen Eingriff – der einen stationären Aufenthalt von ca. 5 Tagen erfordert – ist es sehr wichtig, genaue Informationen über die Lage und Anzahl der Lymphknoten zu haben. Dafür wird eine PSMA-PET-CT zuvor angefertigt. Nur dann kann individuell entschieden werden, ob der Eingriff erfolgversprechend ist.
Harnblasentumor (Allgemein)
Das Harnblasenkarzinom ist eine häufige Erkrankung

Das Harnblasenkarzinom ist in der westlichen Welt die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung bei Mann und Frau. Nach den Zahlen des Robert-Koch-Institutes wird jedes Jahr bei über 22.000 Männern und bei über 7.000 Frauen in Deutschland diese Diagnose gestellt. Häufig sind von dieser Erkrankung Raucher betroffen, aber auch andere Faktoren können bei der Entstehung von Harnblasenkarzinomen entscheidend sein. Dazu gehören einige chemische Substanzen, wie sie z.B. in Lösungsmitteln verwendet werden, aber auch chronische Entzündungsreize in der Harnblase können zu einem Blasenkrebs führen. Auch wenn die meisten dieser Tumoren nur oberflächlich wachsen und die Patienten nicht unmittelbar bedrohen, sind zuletzt in Deutschland jedes Jahr 6.000 Menschen an dieser Erkrankung gestorben. Das Harnblasenkarzinom hat eine erhebliche Neigung, nach einer Therapie wieder aufzutreten, daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen von besonderer Bedeutung.
Harnblasentumor (Diagnose)
Frühzeichen und Diagnose des Harnblasenkarzinoms

Das typische erste Symptom eines Harnblasenkarzinoms ist eine schmerzlose Blutung im Urin. Auch wenn andere Ursachen dafür in Betracht kommen können, muss dieses Warnzeichen unbedingt mit einer Blasenspiegelung abgeklärt werden. Auch wiederkehrende Infektionen der Harnblase, ein permanenter Harndrang oder Schmerzen über den Nieren können ein Zeichen für diese Erkrankung sein, die mit einer Spiegelung abgeklärt werden müssen. Auch die Untersuchung der Nieren mit Ultraschall oder einer Computertomographie kann notwendig sein.

Diagnose des Harnblasenkarzinoms

Wenn bei der Harnblasenspiegelung ein verdächtiger Befund gesehen wird, muss eine Probenentnahme stattfinden. Sie erfolgt in einer kurzen Narkose im Rahmen einer Spiegelung, dabei wird das auffällige Gewebe über mit einer elektrischen Schlinge abgetragen („Elektroresektion der Harnblase“, TUR-B). Um mit größtmöglicher Sicherheit alle tumorverdächtigen Areale entdecken zu können, wird bei der Erstdiagnose ein spezielles Färbeverfahren der Blasenschleimhaut angewendet: Die Fluoreszenzendoskopie („Photodynamische Diagnostik“ oder „PDD“).

Photodynamische Diagnostik

Dafür wird vor der Spieglung mit einem dünnen Katheter ein Färbemittel in die Harnblase gegeben, das nur Tumorgewebe anfärben soll. Während der Spieglung wird mit einem speziellen Licht Tumorgewebe zum Leuchten gebracht: Damit gelingt es auch kleinste Tumorareale klar zu erkennen.
Harnblasentumor (Therapie)
Oberflächliches und tief wachsendes Harnblasenkarziom

Im Rahmen einer Probenentnehme in Narkose wird das auffällige Gewebe der Blase untersucht. Die meisten Harnblasenkarzinome wachsen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose nur in die oberflächlichsten Schichten der Blasenschleimhaut hinein. In diesem Falle ist die Therapie nach einer Resektion und ggf. einer Instillationstherapie abgeschlossen.
Sollte allerdings die Untersuchung durch den Pathologen zeigen, dass der Tumor in tiefere Schichten der Blasenwand hineinwächst („infilitriert“), so ist das Tumorwachstum durch eine Resektion nicht zu beherrschen: In diesem Fall sollte die Harnblase entfernt werden und eine Ersatzblase geschaffen werden um eine Streuung des Tumors zu verhindern.

Elektroresektion der Harnblase (TUR-B)

Wenn bei der Harnblasenspiegelung ein verdächtiger Befund gesehen wird, muss eine Probenentnahme stattfinden. Sie erfolgt in einer kurzen Narkose im Rahmen einer Spiegelung, dabei wird das auffällige Gewebe über mit einer elektrischen Schlinge abgetragen („Elektroresektion der Harnblase“, TUR-B). Dabei ist der Eingriff Diagnostik und Therapie in einem: das Gewebe wird, wenn möglich, komplett entfernt und kann dann vom Pathologen mikroskopisch untersucht werden. Damit kann festgelegt werden, um welcher Art Tumor es sich handelt, und ob weitere Maßnahmen notwendig werden.

Photodynamische Diagnostik

Um mit größtmöglicher Sicherheit alle tumorverdächtigen Areale entdecken zu können, wird bei der Erstdiagnose ein spezielles Färbeverfahren der Blasenschleimhaut angewendet: Die Fluoreszenzendoskopie („Photodynamische Diagnostik“ oder „PDD“).
Dafür wird vor der Spieglung mit einem dünnen Katheter ein Färbemittel in die Harnblase gegeben, das nur Tumorgewebe anfärben soll. Während der Spieglung wird mit einem speziellen Licht Tumorgewebe zum Leuchten gebracht: Damit gelingt es auch kleinste Tumorareale klar zu erkennen.

Instillationstherapie

Bei manchen Tumoren kann es sinnvoll sein, nach der TUR-B in regelmäßigen Abständen eine Flüssigkeit in die Harnblase zu füllen, die anschließend ca. eine Stunde in der Blase gehalten werden sollte: Die Instillation ist eine ambulante Therapie. In der Regel wird über sechs Wochen im Wochenrhythmus die Instillation durchgeführt. Dadurch soll die Neigung des Harnblasenkarzinoms, immer wieder zu kommen, vermindert werden. Nach Abschluss der Therapie erfolgt nach einigen Wochen die Kontroll-Spiegelung. In Abhängigkeit von der Histologie und der Vorgeschichte kommen unterschiedliche Substanzen zum Einsatz: Mitomycin, Doxorubicin, BCG sind einige davon.

Operative Entfernung der Harnblase (Zystektomie)

Wenn ein Tumorwachstum in tieferen Wandschichten der Harnblase stattfindet, wird zunächst durch eine Computertomographie ausgeschlossen, dass bereits Metastasen in Organen oder Lymphknoten vorliegen. Dann kann über einen operativen Eingriff die Harnblase und die dazugehörigen Lymphknoten entfernt werden. Als Ersatz wird aus Darm eine neue Blase gebildet.

Harnblasenersatz

Nach Entfernung der Harnblase muss ein Ersatz für das Organ geschaffen werden. Je nach individueller Situation gibt es unterschiedliche Formen des Blasenersatzes, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Die Ileum-Neoblase ist der ursprünglichen Harnblase sehr ähnlich. Sie wird nach der Blasenentfernung aus Dünndarm gebildet, und sie wird an die beiden Harnleiter und die Harnröhre angeschlossen. Nach der Einheilungszeit ist soll das Speichern von Harn und das Wasserlassen wie mit der eigenen Harnblase funktionieren. Wichtig ist, dass die Funktion des Schliessmuskels nach dem Eingriff einige Wochen bis zur Rehabilitation benötigt. Erst nach dieser Zeit hat die Neoblase eine Größe, die eine normale Speicherfunktion erlaubt. Voraussetzung für eine Neoblase ist der Erhalt des Schließmuskels und eine ausreichend gute Nierenfunktion. Auch sollten keine Vorerkrankungen am Darm vorliegen. Der stationäre Aufenthalt nach der Blasenentfernung mit Anlage einer Neoblase beträgt ca. 2-3 Wochen.
Das Ileum-Conduit ist ein künstlicher Blasenausgang, bei dem der Harn kontinuierlich in einen Beutel träufelt. Dieser Beutel ist an der Bauchdecke auf Höhe des Bauchnabels fixiert. Zwischen die Harnleiter und die Haut wird dabei ein Stückchen des Dünndarms zwischengeschaltet. Der Vorteil dieser Form der Harnableitung ist das sehr unkomplizierte chirurgische Verfahren, das wenig zu Komplikationen neigt. Es kommt zum Einsatz, wenn aufgrund der Vorgeschichte der Schließmuskel nicht erhalten werden kann, wenn eine nur ungenügende Nierenfunktion vorliegt, oder wenn ein Patient die anfänglichen Schwierigkeiten beim Wasserhalten bei einer Neoblase scheut. Der Stationäre Aufenthalt nach Blasenentfernung und Anlage eines Ileum-Conduits beträgt ca. 2 Wochen.
Die Harnleiter-Haut-Fistel ist die einfachste Form der Harnleiter, bei der die beiden Harnleiter direkt in die Haut verpflanzt werden. Dieses Verfahren kommt in Betracht, wenn aufgrund der Vorerkrankungen ein Eingriff am Darm für ein Ileum-Conduit vermieden werden soll. Nachteilig ist, dass oftmals die Harnleiter an zwei verschiedenen Stellen des Bauchwand eingepflanzt werden müssen, sodass die Versorgung mit zwei unterschiedlichem Beuteln notwendig wird. Der Stationäre Aufenthalt nach Blasenentfernung mit Harnleiter-Haut-Fistel beträgt ca. 10 Tage.
Nierentumoren
Das Nierenzellkarzinom steht mit 3,5 % aller Krebserkrankungen beim Mann an 8. Stelle aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Dabei sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Bei Frauen ist das Nierenzell-karzinom seltener. Es macht 2,5 % aller Krebsneuerkrankungen aus und liegt damit an 10. Stelle der Krebsneuerkrankungen. Heutzutage sind Nierentumoren oftmals Zufallsbefunde im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen aus anderem Grund, denn Beschwerden verursacht ein Nierentumor erst in einem späten Stadium der Erkrankung.

Therapie von Nierentumoren

Die Therapie von Nierentumoren ist die chirurgische Entfernung. In Abhängigkeit von der Größe des Tumors und seiner Lage, wird entweder nur der Tumor entfernt, oder die gesamte Niere. Die meisten Tumoren können heute aber nierenerhaltend operiert werden. Die Operation erfolgt über einen Schnitt, oder bei günstig gelegenen Tumoren auch in laparoskopischer Technik. Der stationäre Aufenthalt bei einem solchen Eingriff beträgt ca. 1 Woche.
Hodentumor
Obwohl Hodentumoren insgesamt selten sind, haben sie in der Urologie eine besondere Bedeutung: Denn der Hodentumor ist der häufigste bösartige Tumor beim jungen Mann. Eine weitere Besonderheit ist, dass auch fortgeschrittene Tumoren mit Metastasen eine hervorragende Heilungschance haben. Das jedem Betroffenen aufzuzeigen und deutlich zu machen, ist uns in der schwierigen Phase nach der Diagnose besonders wichtig! Die meisten Hodentumoren lassen sich als derbe Raumforderung tasten, machen oftmals aber ansonsten keine Beschwerden. Obwohl viele gutartig Veränderungen hinter so einer Tastbefund stecken können, muss bei einer neu entdeckten Raumforderung unbedingt und ohne Zeitverzögerung die korrekte Diagnose gestellt werden.

Diagnose

In der Regel wird ein Hodentumor von betroffenen Patienten durch Tasten des Hodens entdeckt. Dabei erscheint der tumortragende Hoden verdickt, vergrößert und derb, in der Regel nicht schmerzhaft. Der erste Schritt ist in diesem Falle die Sonographie des Hodens. Hier kann ein Tumor des Hodengewebes in der Regel bereits sehr gut von anderen Veränderungen (z.B. des Nebenhodens) unterschieden werden. Wichtig ist auch eine Untersuchung der Tumormarker aus dem Blut. Sie sind bei bösartigen Tumoren häufig erhöht und sind als Kontrolle im Verlauf der Therapie von großer Bedeutung. Bei einem eindeutigen sonographischen Befund, aber auch bei unklaren Situationen ist der nächste Schritt die operative Freilegung des Hodens mit der Möglichkeit, während der Operation Proben histologisch zu untersuchen. Sollte sich in der histologischen Untersuchung ein bösartiger Tumor bestätigen, so wird nach Entfernung des Hodens eine Computertomographie der Lunge und des Bauchraumes angefertigt, um Metastasen auszuschließen.

Therapie

Bei der operativen Freilegung wird der Hoden über einen kleinen Schnitt in der Leiste histologisch Untersucht. Zeigt sich in dieser Untersuchung ein bösartiger Tumor, so wird der Hoden entfernt. In manchen Situationen wird dann auch eine kleine Probe aus dem anderen Hoden entnommen, um eventuell vorliegende Tumorvorstufen entdecken zu können. Wenn sich kein bösartiger Tumor zeigt, wird der Hoden natürlich belassen. Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von ca. 2 Tagen notwendig. Gleichzeitig wird der entnommene Hoden histologisch exakt untersucht um festlegen zu können, um welche Art Tumor es sich handelt und wie weit fortgeschritten der Tumor war. Oftmals ist nach diesem Schritt die Therapie bereits beendet, und es muss noch festgelegt werden, wie oft Nachuntersuchungen notwendig sind. In manchen Fällen wird eine zusätzliche Chemotherapie notwendig. Diese Chemotherapie ist in der Regel eine ambulante Therapie, die bei den Kollegen der Onkologie durchgeführt wird.
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Die Prostata ist eine Drüse, die unterhalb der Harnblase wie ein Ring um die Harnröhre liegt. Im Laufe des Lebens kommt es zu einer Vergrößerung der Prostata. Dadurch wird die Harnröhre in diesem Bereich eingeengt und der Harnblasenboden wird nach oben angehoben. Die Folgen dieser Veränderung werden „benignes Prostatasyndrom“ genannt. Diese Veränderungen sind außerordentlich häufig und haben den Charakter einer Volkserkrankung. Ca. 20% der Männer im Alter von 50-60 Jahren sowie 40% aller Männer über 70 Jahren bemerken Symptome der Prostatavergrößerung. Dabei beobachten Patienten einen abgeschwächten Harnstrahl, eine verlängerte Zeit bis zur Entleerung der Harnblase, ein Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung und oftmals auch einen gehäuften Harndrang. Auch wenn diese Veränderungen zunächst einmal nur „lästig“ erscheinen, so können sie doch ohne angemessene Therapie zu einer schweren Schädigung des gesamten Harntraktes - bis zum Verlust der Nierenfunktion - führen.

Diagnostik

Nach einer ausführlichen Anamnese - auch mit Hilfe von standardisierten Fragebögen - sind nur wenige Untersuchungen notwendig, um die Diagnose abzusichern. Mit dem Ultraschall wird die Größe der Prostata bestimmt, und es wird untersucht, ob nach dem Wasserlassen Restharn in der Blase verbleibt. Eine Untersuchung der Nieren klärt die Abflussverhältnisse aus dem oberen Harntrakt.
Die Untersuchung der Prostata mit dem Finger dient dem Ausschluss eines bösartigen Tumors, ebenso wie der PSA-Wert aus dem Blut. Bei der Harnstrahlmessung wird objektiv gemessen, wie ausgeprägt und in welcher Form der Harnfluss beeinträchtigt ist. Nur in seltenen Fällen ist eine Blasenspiegelung notwendig, um widersprüchliche Befunde der vorangegangenen Untersuchungen aufzulösen.

TUR-P

Die Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) gilt seit vielen Jahren als Standardverfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Dabei wird in Narkose über die Harnröhre das überschüssige Gewebe der Prostata mit einer elektrischen Schlinge schrittweise abgetragen.

Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP)

Bei diesem Verfahren wird der innere Teil der Prostata über die Harnröhre entlang vorgegebener anatomischer Schichten mit Hilfe eines Lasers entfernt. Dabei wird der „Kern“ der Prostata im Ganzen aus der Prostatakapsel herausgelöst und anschliessend über das Spiegelgerät entfernt. Das Verfahren zeichnet sich durch seinen geringen Blutverlust aus und durch die komplette Entfernung des obstruierenden Teils der Prostata. Diese sehr sichere Verfahren führt zu einem langanhaltenden Therapieerfolg. Das Verfahren ist geeignet bei mittelgroßen bis sehr großen Prostaten (ab ca. 50 ml). Nach der Operation bleibt für 2-3 Tage ein Katheter in der Blase. Der gesamte stationäre Aufenthalt für diesen Eingriff beträgt ca. 4-5 Tage.

Plasmaenukleation

Bei diesem Verfahren wird der innere Teil der Prostata über die Harnröhre mit Hilfe einer bipolaren Schlinge entlang vorgegebener anatomischer Schichten entfernt. Dabei wird der „Kern“ der Prostata im Ganzen aus der Prostatakapsel herausgelöst und anschliessend über das Spiegelgerät entfernt. Das Verfahren zeichnet sich durch seinen geringen Blutverlust aus und durch die komplette Entfernung des obstruierenden Teils der Prostata. Diese sehr sichere Verfahren führt zu einem langanhaltenden Therapieerfolg. Das Verfahren ist geeignet bei mittelgroßen bis sehr großen Prostaten (ab ca. 50 ml).
Harnröhrenstriktur
Als Strikturen werden narbige Engen der Harnröhre bezeichnet, die die Blasenentleerung behindern und – wenn sie nicht adäquat behandelt werden – langfristig nicht nur Schäden an der Harnblase, sondern auch an den Nieren hervorrufen können. Diese Narben betreffen in unterschiedlichem Ausmaß auch das umgebende Gewebe des Harnröhrenschwellkörpers. In den Industrieländern sind die häufigsten Ursachen für derartige Engen Verletzungen der Harnröhre entweder im Rahmen von Unfällen oder nach Manipulationen an der Harnröhre (z. B. zwischenzeitliche Blasenkatheteranlagen oder Operationen durch die Harnröhre). Weitere Ursachen sind bakterielle Entzündungen der Harnröhre oder Veränderungen des Bindegewebes mit folgender Gewebsschrumpfung („Lichen sclerosus“). Bei einer großen Anzahl betroffener Patienten kann keine eindeutige Ursache der Erkrankung ausgemacht werden. Beschwerden und Diagnose Häufig machen Strikturen lange Zeit keine Beschwerden, da es sich dabei um chronische, langsam fortschreitende Veränderungen handelt. Letztlich fallen jedoch ein schwacher Harnstrahl und eine verlängerte Zeit bis zur Blasenentleerung auf. Auch wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder ein Harnverhalt können erste Symptom sein, weiterhin können ein gehäufter Harndrang oder ein permanentes Harnträufeln auf eine Harnröhrenstriktur hinweisen. Die beste Methode eine Harnröhrenstriktur zu diagnostizieren ist die Röntgendarstellung, bei der die Harnröhre mit Kontrastmittel gefüllt wird (Cysturethrogramm, CUG) in Kombination mit einer Miktionsaufnahme (Miktionscysturethrogramm, MCU). Dabei kann genau die Länge, die Lage und die Ausprägung der Enge dargestellt werden. Auch mögliche Folgeveränderungen im Bereich der Harnblase können so entdeckt werden. Dies sind Informationen, die für die richtigen Therapieentscheidungen von großer Bedeutung sind. Ergänzend können in manchen Fällen eine Harnröhrenspiegelung und eine Harnröhrensonographie sinnvoll sein. Therapiemöglichkeiten An unserer Klinik werden sämtliche heute etablierten Operationsverfahren angeboten, auf diese Weise kann bei jedem Patienten die individuelle Therapie – in Abhängigkeit von der Vorgeschichte und Begleiterkrankungen – optimal angepasst werden. Prinzipiell stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung: „Minimal-invasiv“: • Bougierung/Dilatation • Endoskopische Harnröhrenschlitzung (Urethrotomie nach Sache oder Otis) Offen-chirurgisch: • Meatusplastik • Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose • Harnröhrenerweiterung mit freiem Transplantat (Mundschleimhaut, Vorhaut) • Harnröhrenerweiterung mit gestielten Hautlappen • Zweizeitige Verfahren • Bulboprostatische Anastomose • Perineale Urethrostomie („Boutonnière“) Der Vorteil der Bougierung und Harnröhrenschlitzung ist, dass sie ohne Hautschnitt durchgeführt werden können und nur mit einem kurzen Klinikaufenthalt verbunden sind. Jedoch wird das durch die geringen langfristigen Erfolgsquoten aufgewogen, da durch diese Behndlungsmethoden nie das Grundproblem der Narbenbildung behoben wird. In über der Hälfte der so behandelten Fälle kommt es zu einer erneuten Enge. Die daraus folgende neue Striktur ist immer länger und schwieriger zu behandeln als die vorangegangene, weshalb diese Verfahren nie häufiger als einmal angewendet werden sollten. Die größten Erfolgsaussichten für einen langfristigen Erhalt einer gesunden Harnröhre bieten die offen-chirurgischen Operationsverfahren. Je nach Lage und Länge der Engstelle wird die Enge dabei komplett entfernt („Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose“) oder mit Gewebe erweitert („Graft-Urethroplastik“ oder „Flap-Urethroplastik“). Das am häufigsten angewendete Verfahren ist hierbei die Erweiterung der Harnröhre mit einem freien Gewebetransplantat, damit können langfristige Erfolgsraten in mehr als 90 Prozent erzielt werden. Bei diesem Verfahren wird die Harnröhre über die gesamte Engstelle hinweg längs eröffnet und mit einem andernorts entnommenen Stück Gewebe erweitert - meistens mit einem Stück Mundschleimhaut oder Vorhaut. Mit diesem Verfahren ist es möglich, auch langstreckige Engstellen der Harnröhre zu rekonstruieren und langfristig ein gutes Ergebnis zu erhalten. Auch Engstellen in unmittelbarer Nähe des Harnröhrenschliessmuskels können auf diese Weise unter Erhalt der Kontinenz behoben werden. Hypospadie Die Hypospadie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Harnröhre gespalten ist und daher die Harnröhrenmündung nicht an der Spitze der Eichel liegt, sondern im Bereich des Penisschaftes. Diese Fehlbildung wird in der Regel bereits im Kleinkindesalter operativ behoben. Diese Operation ist anspruchsvoll und zieht in einigen Fällen weitere Folgeeingriffe nach sich. Im Erwachsenenalter können Folgeprobleme dieser Behandlung in der Kindheit auftreten, dazu gehören Harnröhrenengen, Fisteln, Penisverkrümmungen, erneute Fehllage der Harnröhrenmündung, Wachstum von Haaren in der Harnröhre und immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen. Die Korrektur solcher Probleme stellt hohe Ansprüche an den Operateur und erfordert ein hohes Maß an operativer Erfahrung, da viele verschiedenen Operationsmethoden mit Verpflanzung von Gewebe (Penishaut, Mundschleimhaut, Unterhaut aus dem Hodensack) zum Einsatz kommen müssen. Denn nach den vorangegangenen Behandlungen ist häufig die Durchblutung des Gewebes eingeschränkt ist. Mit diesen Methoden gelingt es aber, funktionell und kosmetisch hervorragende Ergebnisse zu erreichen.
Harnsteine (Allgemein)
Steinbildung im Harntrakt kann eine harmlose Erscheinung sein, manchmal aber auch eine äußerst schmerzhafte, und in manchen Situationen sogar eine gefährliche Erkrankung, die schwere langfristige Schäden hervorrufen kann. Die Steine können in der Niere, im Harnleiter oder in der Harnblase festgestellt werden und sie können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen, sie könne bröselig oder betonhart sein. Sie können einmal im Leben auftreten, oder zum permanenten Begleiter werden – Die Steinerkrankung ist äußerst vielseitig!
Harnsteine (Therapie)
PNL (perkutane Nephrolitholapaxie)

Bei diesem Eingriff, der bei größeren Steinmassen notwendig wird, oder wenn die Steine sehr ungünstig im Nierenbecken liegen, wird über einen kleinen Hautschnitt ein Kanal in das Nierenbecken geschaffen. Über diesen Kanal wird ein Instrument in das Nierenbecken eingeführt, und über dieses Instrument werden mit einem Laser die Steine zerkleinert und ausgespült. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass auch große Steinmassen effizient entfernt werden können. Nach dem Eingriff wird eine Harnleiterschiene in die Niere eingelegt, um Restkrümeln den Abgang über den Harnleiter zu ermöglichen. Diese Schiene wird nach ca. 2 Wochen ambulant wieder entfernt. In einigen Fällen wird auch für 2-3 Tage ein Schlauch über die Haut ins Nierenbecken eingelegt („Nierenfistel“). Selten ist nach einigen Tagen ein zweiter Eingriff nötig, um evtl.

Schmerztherapie

Eine Harnleiterkolik ist eine äußerst schmerzhafte Erscheinung, die in der Regel von kleineren Steinen im Harnleiter ausgelöst wird. Dabei ist es bei Steinen, die kleiner als 5 mm sind, unter guter Schmerzmittelbehandlung oftmals möglich, den spontanen Abgang des Steines abzuwarten. Damit wird eine Operation unnötig. Voraussetzung dafür ist, dass die Nierenfunktion unter dem Stein nicht leidet und dass kein Fieber oder Entzündungszeichen vorliegen. Wenn sich allerdings unter einer solchen konservativen Therapie zeigt, dass die Nierenfunktion schlechter wird, Fieber auftritt, oder keine ausreichende Schmerzfreiheit erreicht wird, muss eine Harnableitung über eine Harnleiterschiene erfolgen.

Ureterorenoskopie (URS)

Bei der Harnleiter- und Nierenspiegelung können Steine über die Harnröhre ohne Schnitt mit einem Laser zerkleinert und entfernt werden. In der Regel wird anschließend eine Harnleiterschiene (ein kleiner Kunststoffschlauch) in die betroffene Niere eingelegt bis alle Restkrümel abgegangen sind und die Schleimhaut des Harnleiters nach dem Eingriff wieder komplett abgeschwollen ist. Der stationäre Aufenthalt für den Eingriff beträgt in der Regel zwei bis drei Tage. Nach ca. 8-14 Tagen kann dieses Schiene im Rahmen einer ambulanten Blasenspiegelung problemlos wieder entfernt werden.

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