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Mehr Lebensqualität für Tumorpatienten

RKK Klinikum mit neuer Therapie bei Wirbelsäulenmetastasen

Freiburg, 12. Januar 2017. Im Loretto-Krankenhaus steht für Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen ab sofort die hoch innovative minimalinvasive „OsteoCool-Therapie“ zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Radiofrequenzablation mit anschließender Zementaugmentation von Wirbelkörper-Tumoren bzw. Metastasen. Gerade Patienten, bei denen bisherige Behandlungswege nicht möglich oder nicht erfolgreich waren, profitieren von der neuen Technik, bei der mit einer Sonde Tumorzellen in der Wirbelsäule vernichtet werden. Das Loretto-Krankenhaus gehört bundesweit zu den ersten Kliniken, in der diese Therapie angeboten wird.

Bei ca. 1/3 der Patienten, die an Krebs sterben, werden Knochenmetastasen festgestellt. Krebszellen siedeln sich von der ersten Tumorerkrankung, dem sogenannten Primärtumor, ab und gelangen über die Blutbahn ins Knochenmark, wo sie Schmerzen verursachen und die Lebensqualität einschränken.

Bei den neuen Verfahren werden über ein bis zwei kleine Einstichstellen minimalinvasiv dünne Sonden in den Wirbelkörper eingebracht. Über diese werden Energie und Hitze gezielt auf das Tumorgewebe in den Wirbelkörpern abgegeben; Folgeerkrankungen wie Wirbelkörperbrüche oder neurologische Komplikationen infolge der Tumorausbreitung z. B. in den Rückenmarkskanal, können dadurch hinausgeschoben oder vermieden werden. Um Tumorzellen innerhalb weniger Minuten mit Hitze abzutöten ohne Teile der Wirbelsäule zu schädigen, muss das Gerät gleichzeitig erhitzen und die angrenzende Knochensubstanz kühlen. Zur zusätzlichen Stabilisierung wird über die Zugangskanülen in den Hohlraum, in dem zuvor das Metastasengewebe saß, Knochenzement eingebracht.

„Mit der sehr schonenden Therapieoption der Firma Medtronic sind in unserer Klink alle bis heute behandelten Patienten wieder schmerzfrei und beweglich“, betont Dr. Frank Hassel, Chefarzt in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Wirbelsäulenchirurgie und ergänzt: „Patienten können noch am gleichen Tag wieder aufstehen und voll belasten. Anschließend kann dann die weitere Therapie mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie erfolgen.“