Start » Vorträge Arthrose | Altersmedizin wegen Coronavirus abgesagt

Vorträge Arthrose | Altersmedizin wegen Coronavirus abgesagt

5 Jahre zertifiziertes EndoProthetikZentrum am St. Josefskrankenhaus

Abnutzungserscheinungen und Verletzungen von Gelenken bedeuten für Betroffene große Einbußen in der Lebensqualität. Das für Mittwoch, 1. April 2020 um 19:00 Uhr im Bürgerhaus Seepark (Gerhart-Hauptmann-Straße 1 in Freiburg) geplante Gesundheitsforum „Arthrose und Altersmedizin“ muss wegen der weiteren Ausweitung der Infektionswelle des SARS-CoV-2 (Coronavirus) leider abgesagt werden. Ein Ersatztermin wird zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Interessierte haben die Möglichkeit, sich aus erster Hand über Ursachen, moderne Diagnostik und neue  Behandlungsmethoden bei entzündlichen und degenerativen Gelenkerkrankungen wie der Arthrose zu informieren. Darüber hinaus wird auch aufgezeigt, wie eine moderne Altersmedizin den medizinischen und pflegerischen Bedürfnissen älterer Patienten optimal gerecht werden kann. Die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie , Kinder- und Sporttraumatologie im St. Josefskrankenhaus wurde Mitte Februar 2020 erneut als EndoProthetikZentrum erfolgreich zertifiziert. Chefarzt Dr. Mike Oberle (Leiter und Hauptoperateur des EndoProthetikZentrums), Dr. Klaus Nowack (Leitender Oberarzt und Hauptoperateur des EndoProthetikZentrums), Dr. Philipp Ziefer (Oberarzt im Fachbereich Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie) sowie der Leiter des Zentrums für Strahlentherapie, PD Dr. Christian Weißenberger, stehen nach ihren Vorträgen auch für Fragen zur Verfügung. Dabei soll auch kritisch diskutiert werden, in welchen Fällen Operationen vermeidbar sind. Das Plakat ist hier abrufbar.

Über- und Fehlbelastungen von Gelenken, aber auch normale altersentsprechend Abnutzung an Knochen, Sehnen, insbesondere Gelenkknorpel können zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und Immobilität führen. Die Folge sind häufig massive Beeinträchtigungen der Lebensqualität, insbesondere auch der Selbständigkeit des Betroffenen. Zu den häufigsten Veränderungen im Bereich der Gelenke gehört die Arthrose. Diese kann sowohl die Hüft- und Kniegelenke, aber auch die Schultergelenke betreffen. Neben der Arthrose gibt es noch eine große Vielzahl an weiteren Erkrankungen und Veränderungen, die mit Gelenkschmerzen einhergehen. Dies lässt bereits erahnen, wie komplex die Fahndung nach den richtigen Ursachen ist. Eine genaue Diagnose ist jedoch unerlässlich, um die Beschwerden wirksam behandeln zu können. Am häufigsten betroffen sind die Gelenke, die im Alltag am stärksten strapaziert werden (Hüft-, Knie- und Schultergelenk). Haben konservative Behandlungstherapien kein oder nur unzureichend Erfolge gezeigt, stehen bei der Behandlung dieser Beschwerden auch minimal-invasive Verfahren zur Verfügung. „Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist ein individuell abgestimmtes Therapie-Konzept. In den meisten Fällen kann mit einer suffizienten Behandlung der Beschwerden eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erreicht werden und damit auch die Selbstständigkeit der Betroffenen erhalten werden“, betont Chefarzt Dr. Mike Oberle, der das seit 2015 zertifizierte Endoprothesenzentrum RKK Freiburg leitet und Hauptoperateur an diesem Zentrum ist. Insbesondere bei der Behandlung von Arthroseerscheinungen am Hüft- und Kniegelenk finden in zunehmender Weise minimal-invasive Therapieansätze im St. Josefskrankenhaus in Freiburg Anwendung. „Gerade im Bereich der Hüft-Endoprothetik muss für den jeweiligen Patienten individuell die richtige Operationsmethode zur Anwendung kommen. In unserer Klinik werden sowohl minimal-invasive, als auch klassische Operationstechniken durchgeführt. So individuell jeder einzelne Mensch ist, so individuell muss auch das Behandlungskonzept für jeden Patienten angepasst werden“, ergänzt Chefarzt Dr. Mike Oberle. „Patienten, bei denen medikamentöse oder physiotherapeutische Behandlungen nicht zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden führen, können von der therapeutischen Wirkung moderner Strahlenmedizin profitieren“, weiß PD Dr. Christian Weißenberger zu berichten. Die unmittelbar schmerzlindernde Wirkung der im Vergleich zur Tumorbehandlung sehr viel niedrigeren Dosis basiert vor allem auf der Auslösung antientzündlicher Reaktionen im bestrahlten Gebiet, verbunden mit einer Hemmung und Modulation von Autoimmunprozessen.

Akute Erkrankungen, Knochenbrüche und Operationen führen bei älteren, oft mehrfach erkrankten Menschen häufig zu einer begleitenden Verschlechterung mehrerer körperlicher und geistiger Funktionen. So kann es plötzlich zu Verwirrtheit und Verhaltensauffälligkeiten, allgemeiner Schwäche, Problemen beim Gehen etc. kommen; die Patienten benötigen mehr Zeit und Unterstützung bei der Genesung. Dr. Philipp Ziefer zeigt beim Gesundheitsforum auf, warum Betroffene einer medizinischen Behandlung auf chirurgischem, internistischem oder neurologischem Fachgebiet bedürfen und welche Rolle eine ganzheitlichen Versorgung in Form aktivierender und trainierender Maßnahmen sowie sozialer Begleitung, Beratung und Unterstützung für die Wiedererlangung der Selbständigkeit und Mobilität spielen. „Ziel ist es, die persönlichen Ressourcen des Patienten so zu fördern, dass er ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit zurückgewinnt, um möglichst in seine gewohnte Umgebung zurückkehren zu können“, erklärt Dr. Philipp Ziefer, dessen Fachbereich immer dann von Kollegen anderer Fachrichtungen hinzugezogen wird, wenn bei deren Patienten neurologische, psychiatrische oder geriatrische Erkrankungen vorliegen oder vermutet werden.

Dr. Mike Oberle
Dr. Mike Oberle
Dr. Klaus Nowack
Dr. Klaus Nowack
Dr. Philipp Ziefer
Dr. Philipp Ziefer
PD Dr. Christian Weißenberger
PD Dr. Christian Weißenberger