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Gesundheitsforum „Altersmedizin im Focus“

Im Rahmen der bundesweit stattfindenden Woche der Seelischen Gesundheit findet am 12. Oktober 2020 um 19 Uhr im Freiburger Bürgerhaus Seepark (Gerhart-Hauptmann-Straße 1) ein Gesundheitsforum zum Thema „Altersmedizin im Focus“ statt. Es wird aufgezeigt, wie eine moderne Altersmedizin den medizinischen und pflegerischen Bedürfnissen älterer Patienten optimal gerecht werden kann. Dabei wird auch auf die Gerontopsychiatrie eingegangen, die sich mit der diagnostischen Abklärung und Behandlung psychischer Erkrankungen im Alter (meist ab 65 Jahren) befasst. Referenten sind Dr. Bernd Köster, Leitender Arzt des Fachbereichs Neurologie / Geriatrie / Gerontopsychiatrie im RKK Klinikum St. Josefskrankenhaus und Professor Dr. Christoph Bielitz, Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen. Die Referenten stehen auch nach ihren Vorträgen für Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenfrei, aufgrund der begrenzten Kapazität ist eine Anmeldung erforderlich (info@sigma-akademie.de, Telefon 07761 55 66 311). Hier ist das Plakat abrufbar.

Um Patienten auch in einer immer älter werdenden Gesellschaft eine optimale Versorgung anbieten zu können, hat das RKK Klinikum einen Schwerpunkt für Altersmedizin aufgebaut. Die im St. Josefskrankenhaus und Loretto-Krankenhaus hierfür eingerichteten Stationen IDA (Interdisziplinäre Altersmedizin) sind die einzigen Einrichtungen dieser Art im Großraum Freiburg und bündeln die Kompetenzen zur Versorgung geriatrischer Patienten unterschiedlicher Fachrichtungen. Hauptziel dieser stationären, frührehabilitativen Maßnahmen ist es, begleitend zur Behandlung akuter körperlicher Erkrankungen auch den funktionellen Status einer älteren Person zu optimieren sowie Lebensqualität und Autonomie zu verbessern. Im Rahmen einschneidender gesundheitlicher Ereignisse kann es darüber hinaus plötzlich zu Verwirrtheit und Verhaltensauffälligkeiten, allgemeiner Schwäche, Problemen beim Gehen etc. kommen; die Patienten benötigen mehr Zeit, Förderung und Unterstützung bei der Genesung. Dr. Bernd Köster zeigt beim Gesundheitsforum auf, welche Rolle eine ganzheitlichen Versorgung in Form aktivierender und trainierender Maßnahmen sowie sozialer Begleitung, Beratung und Unterstützung für die Wiedererlangung der Selbständigkeit und Mobilität spielen. „Ziel ist es, die persönlichen Ressourcen des Patienten so zu fördern, dass er ein größtmögliches Maß an Selbstständigkeit zurückgewinnt, um möglichst in seine gewohnte Umgebung zurückkehren zu können“, erklärt Dr. Bernd Köster, dessen Fachbereich immer dann von Kollegen anderer Fachrichtungen hinzugezogen wird, wenn bei deren Patienten neurologische, psychiatrische oder geriatrische Erkrankungen vorliegen oder vermutet werden.

Dr. Bernd Köster (©RKK Klinikum)
Dr. Bernd Köster (©RKK Klinikum)
Professor Dr. med. Christoph Bielitz (Ärztlicher Direktor des Sigma-Zentrums Bad Säckingen)

Treten Symptome wie Schlaf-, Appetit-, Antriebs- und Stimmungsstörungen auf, kann das ein Hinweis auf eine psychische Erkrankung sein, die einen ganzheitlichen bio-psycho-sozialen Behandlungsansatz erfordert. Die Gerontopsychiatrie befasst sich mit der diagnostischen Abklärung und Behandlung psychischer Erkrankungen im Alter (meist ab 65 Jahren). Die therapeutischen Maßnahmen sollten dann alle drei Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. „Die häufigsten Krankheitsbilder sind Demenzerkrankungen und leichte bis schwere depressive Störungen; Ziele der gerontopsychiatrischen Behandlung sind die Erhaltung und Steigerung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten, die Förderung sozialer Netzwerke und die Verbesserung der Lebensqualität“, so Professor Dr. Christoph Bielitz. Das im neuen Ärztehaus „Wirthstraße Therapie Zentrum“ (WTZ) angesiedelte Sigma-Institut will stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgung aufeinander abstimmen und bietet für Privatpatienten auf 270m2 einen diskreten Zugang zur Wiederherstellung und Erhaltung der psycho-sozialen Gesundheit. Auch spezielle Behandlungskonzepte für Indikationen wie chronische Schmerzstörungen und Internet- bzw. Mediensucht sind Bestandteil des Angebotes.

Zur „Woche der Seelischen Gesundheit“
Das mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit ins Leben gerufene Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit (ABSG) ruft jedes Jahr rund um den am 10. Oktober stattfindenden internationalen Tag der seelischen Gesundheit, auch Welttag der geistigen Gesundheit genannt, die „Woche der Seelischen Gesundheit“ aus. Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind bundesweit Interessierte eingeladen, die vielfältigen ambulanten und stationären Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung zu erkunden. Ziel aller Veranstaltungen ist es, über psychische Krankheiten aufzuklären, Hilfs- und Therapieangebote aufzuzeigen und die Diskussion anzuregen. Alle Veranstaltungen tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und vor allem Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden.