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Gesundheitsforum „Gelenkerhalt durch Knorpelreparatur“

Dr. Steffen Schneider (© RKK Klinikum)Freiburg, 4. April 2017 – Donnerstag, 22. Juni 2017 um 19 Uhr findet im Loretto-Krankenhaus (Mercystraße 6-14, Saal St. Josef) ein Gesundheitsforum zum Thema „Gelenkerhalt durch Knorpelreparatur“ statt. Dr. Steffen Schneider, der zuständige Oberarzt für die Knorpeltherapie in der Klinik für Orthopädische Chirurgie im Loretto-Krankenhaus (RKK Klinikum) und leitender Arzt für Schulterchirurgie stellt das am Hause neu verfügbare Verfahren der Autologen Chondrozytentransplantation vor. Hierbei werden Knorpeldefekte am Kniegelenk mit körpereigenen Knorpelzellen repariert. Bei dem Gesundheitsforum des RKK Klinikums haben Interessierte die Möglichkeit sich aus erster Hand über innovative Therapieverfahren bei Knorpelschäden am Kniegelenk und die Vermeidung eines Gelenkersatzes zu informieren. Der Eintritt ist frei; aufgrund der begrenzten Kapazität ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon 0761/7084-2001 oder per E-Mail an Susanne.Schemmer@rkk-klinikum.de

Jährlich sind alleine in Deutschland ca. 6 Mio. Patienten von Knorpelschäden im Kniegelenk betroffen. Oft reicht schon eine kurze, intensive Fehlbelastung des Gelenkes, wie sie bspw. bei Unfällen und Verdrehungen des Kniegelenkes vorkommt; auch die Knochenkrankheit Osteochondrosis Dissecans, bei der Teile des Knochen-Knorpelbereich absterben, kann zu einer Schädigung des schützenden Knorpelüberzuges führen. Es entsteht ein Defektbereich im Knorpel. Dieser Defekt würde von alleine nicht mit gleichwertigem Knorpel ausheilen. Hier kommt die autologe Knorpelzelltransplantation (es werden körpereigene Knorpelzellen verwendet) zum Einsatz. Die wesentliche biologische Aufgabe der autologen Knorpelzelltransplantation ist es, diese fehlende Heilung zu kompensieren. Die körpereigenen Knorpelzellen des Patienten werden nach der Entnahme in einem 1. Eingriff speziell behandelt und in einem 2. Eingriff transplantiert. Die transplantierten körpereigenen Zellen müssen in der Lage sein, das bestehende Defektareal in vitalem, d. h. lebendem Zustand zu besiedeln, um anschließend durch die Synthese und Sekretion knorpelspezifischer Proteine den Defekt schrittweise mit biomechanisch hochwertiger Knorpelsubstanz wieder aufzubauen. Das Behandlungsziel ist also, eine möglichst stabile und vollständige Defektdeckung zu erreichen und damit die Entstehung einer sogenannten sekundären Arthrose als Folge eines Knorpelschadens und den Einsatz eines Knieendoprothese zu vermeiden. Selbstverständlich werden auch mögliche Begleiterkrankungen wie beispielsweise Kreuzbandrupturen, Fehlstellungen oder Meniskusverletzungen mitbehandelt.

Hierfür stehen heute modernste Transplantationsverfahren zur Verfügung. Arthroskopische und minimal invasive Operationstechniken zur Muskel- und Weichteilschonung gewährleisten zudem eine schnelle Rehabilitation. „Die Sicherheit der Methode und deren Wirksamkeit im Sinne einer Funktionsverbesserung bei Patienten mit Knorpelschäden konnte für dieses Gelenk im Rahmen vieler Studien und auch im langfristigen Verlauf gezeigt werden“, betont Dr. Steffen Schneider.