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100 Jahre St. Hedwigshaus…: 100 Jahre für die Kinder.

Freiburg, 15. Juli 2018. Anlässlich des 100. Geburtstages des St. Hedwigshauses beging die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin St. Hedwig in der Mutterhauskirche des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul einen großen Festakt. Am Folgetag fand bei herrlichem Sommerwetter ein großes Kinderfest statt, bei dem auf die kleinen Gäste ein bunter Nachmittag wartete und 100 Jahre Geschichte in einer „historischen Modenschau“ begreifbar gemacht wurden. Fotos vom Festakt und vom Kinderfest sind abrufbar auf der Facebook-Seite des St. Josefskrankenkhauses und der hier abrufbare Film gibt Einblicke in den Festakt. In einer hier abrufbaren Festschrift werden 100 Jahre Geschichte dokumentiert.

Vom Caritasverband der Erzdiözese Freiburg im Jahr 1918 zunächst als Säuglingsheim eingerichtet, wurde die Kinderklinik St. Hedwig im Jahr 1931 Kinderkrankenhaus mit Ausbildungsstätte für Kinderkrankenschwestern. Nach Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es 1951 neu aufgebaut. Weitsicht, Mut und Vertrauen in die Zukunft haben 1980 ermöglicht, dass der Orden der Vinzentinerinnen von den Schwestern der Kongregation der Benediktinerinnen von der hl. Lioba in Günterstal die Trägerschaft für das Kinderkrankenhaus St. Hedwig übernommen und 1988 die räumliche Anbindung an das bereits 1886 gegründete St. Josefskrankenhaus realisiert hat. In Vorbereitung der großen Freiburger Kinderklinik auf dem Gelände des Universitätsklinikums Freiburg hat die universitäre Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin bereits zum 1. Januar 2016 die medizinische Verantwortung für die pädiatrische Versorgung in der Kinderklinik St. Hedwig im RKK Klinikum – St. Josefskrankenhaus übernommen. Die Freiburger Kinderkliniken wachsen seither erfolgreich zusammen.

In der für 2022 erwarteten Eröffnung des neuen Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin in Freiburg sieht Bernd Fey einen weitereren wichtigen Meilenstein, in der die Tradition von St. Hedwig nicht enden, sondern in die neue Freiburger Kinderklinik integriert werden wird. „Der Zusammenschluss der Kinderkliniken ist die richtige Antwort auf die steigenden Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus der Zukunft“, betonte Geschäftsführer Bernd Fey bei der Eröffnung des Festaktes  und freute sich auch den Leitenden Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Dr. Jörg Rüdiger Siewert sowie die Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Frau Prof. Dr. Charlotte Niemeyer persönlich begrüßen zu dürfen. „Die Ordensgemeinschaften haben uns in den letzten 100 Jahren gezeigt, wie man stabile Fundamente baut“, führte Geschäftsführer Bernd Fey weiter aus und ergänzte: „Die Ordensschwestern die St. Hedwig durch diese schwere Zeit geführt haben und unsere Kinderklinik zu dem gemacht haben was Sie heute ist, sind wahre ´Powerfrauen´“. In den Dank eingeschlossen hat Bernd Fey alle Menschen, die in der Vergangenheit und heute ihren wertvollen Dienst in der Kinderklinik geleistet haben und weiterhin leisten. All denen, die die Zukunft gestalten dürfen, wünschte er Weitsicht, Mut und das Vertrauen, das frühere Generationen hier im St. Hedwigskrankenhaus gezeigt haben. Angesichts der angespannten Situation der Krankenhäuser in Deutschland nutzte Bernd Fey den Festakt um die anwesenden Vertreter der Politik auf einiges Mißstände hinzuweisen: „Wenn wir aber nicht erleben wollen, dass uns in der Zukunft das Fachpersonal — insbesondere das Pflegepersonal – noch mehr fehlen wird als das bereits heute der Fall ist, müssen wir jetzt dringend handeln. An die Politik gerichtet möchte ich die Gelegenheit nutzen und ihnen sagen, dass der Pflegenotstand, der uns heute so beschäftigt und behindert, das Resultat einer jahrzehntelangen falschen Sparpolitik ist. Ich habe die Bitte vor weiteren Pflegeförderprogrammen und gesetzlichen Änderungen, eine ehrliche und umfassende Antwort auf die Frage zu suchen, warum es solche Pflegeförderprogramme überhaupt braucht. Was ist denn in den letzten 20 bis 30 Jahren falsch gemacht worden, dass diese schönen Berufe so sehr an Attraktivität verloren haben ? Die Lösung kann nicht allein und einmal mehr der Versuch sein, Pflegekräfte aus dem Ausland zu gewinnen, sondern muss vielmehr die Wiederherstellung der Attraktivität der Pflegeberufe sein. Das ist dann möglich, wenn das Spardiktat zu Lasten der Kliniken endet. Ohne eine ausreichende Finanzierung der stationären Versorgung wird sich dieses Problem nicht lösen lassen. Ich bitte die verantwortlichen Gesundheitspolitiker inständig dafür zu sorgen, dass die Beiträge, die die Versicherten Monat für Monat für ihre Krankenversicherung leisten auch da ankommen wo Sie zweckentsprechend verwendet werden: bei uns Leistungserbringern! Dafür -und nur dafür- werden schließlich die Beitragszahlungen erhoben.“

Die Redner der der Grußworte (auf dem Foto von r. nach r.) beleuchteten Historie, Gegenwart und Zukunft der Freiburger Kinderklinik, die – so ist der selbstgesteckte Anspruch – Europas modernste Kinderklinik werden soll:

Prof. Dr. Johannes Forster (Grußwort hier abrufbar)
Ärztlicher Direktor a.D. St. Josefskrankenhaus, Chefarzt a.D. der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im RKK Klinikum

Martin W. W. Horn
Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau

Sr. Maris Stella Voss
Kloster St. Lioba

Bärbl Mielich, MdL
Staatssekretärin
Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Sr. Magdalena Löffler
Priorin Kloster St. Lioba

Univ.-Prof. Dr. Ute Spiekerkötter (Grußwort hier abrufbar)
Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin im Universitätsklinikum Freiburg und Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit Neonatologie im RKK Klinikum St. Josefskrankenhaus

Bernd Fey
Geschäftsführer RKK Klinikum

Matern von Marschall, MdB

Dr. Thomas Gebhart, MdB
Parlamentarischer Staatssekretär
Bundesministerium für Gesundheit

Zum Abschluss unseres Festaktes haben mit Sophia und Marietta Schantz sowie Ciarra und Soeh Kichling, vier Mitglieder des Kinderchors des Freiburger Theaters, dem Festakt einen sehr würdigen Abschluss gegeben.